Live Escape Games in Japan

»Room Escape Games« oder »Live Escape Games« sind ein neuer Trend in Berlin, erfunden wurden diese 2007 in Japan. Dort habe ich letzten Oktober am »Tokyo Metro – The Underground Mysteries« teilgenommen, das Escape Game war vom sogenannten »Field Type«, der momentan in Japan voll angesagt ist. »Field Type« bedeutet, dass man die Rätsel in der Stadt löst und daher nicht an einen Raum gebunden ist. Wer jetzt denkt, das ist ja nichts wirklich Neues, der liegt völlig richtig – eine Schnitzeljagd war zu meiner Jugendzeit das Riesending an jedem Kindergeburtstag.

Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2017

Das »Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2017«* endete Ende Januar, weshalb ich jetzt etwas ausführlicher davon berichten kann, ohne gleich zu spoilern. Entwickelt wurde das Spiel von SCRAP gemeinsam mit der Tokyo Metro, dort kaufte man das Spiel für 2160 Yen (circa 16 €), wobei sogar eine Tageskarte für die U-Bahn enthalten war. Fortan bewegt man sich mit dieser durch ganz Tokyo, um in fünf Missionen verschiedene Rätsel zu lösen. Im Englischen sagt man dazu »Puzzle-Solving & City Exploration Game«, also eben eine Kreuzung aus Kreuzworträtsel und Schnitzeljagd. Auf der ersten Stufe löst man einige Rätsel und erhalt dabei Namen von U-Bahnstationen. Dann wählt man einige der Stationen aus und löst ein Rätsel in der Umgebung dieser Stationen. Dort sind irgendwelche Wandgemälde oder Bodenmosaike einbezogen, man kann das Rätsel also tatsächlich nur vor Ort lösen. Auf den höheren Leveln wurde recht großer Aufwand betrieben, so gibt es versteckte Fächer in Umschlägen, Geheimtinte und man stellte sogar speziell präparierte Getränkeautomaten auf. Zugegebenermaßen haben die Mütter meiner Freunde damals keine so großen Anstrengungen unternommen. Bei der letzten Mission sollte man einen Stempel in das Lösungsbuch drücken, dafür bin ich am Morgen nach Ikebukuro gefahren. Leider musste ich dort feststellen, dass sich der Stempel auf einem Stockwerk befindet, das erst ab 10 Uhr zugänglich ist. Ich wartete deshalb – wie andere Teilnehmer auch – noch eine halbe Stunde. Insgesamt war das Spiel ein Riesenspaß für mich und die letzte Rätselfrage war recht anspruchsvoll und lies sich ortsunabhängig bearbeiten, ich löste sie auf meinem Rückflug nach München. Wer auch bei solch einem Rätsel mitmachen will, der hat wahrscheinlich zwischen Oktober 2018 und Januar 2019 wieder Gelegenheit, dann gibt es das »Tokyo Metro – The Underground Mysteries 2018«.

Sogar einen eigenen Selfie-Point gab es.

Alternativ und völlig kostenlos habe ich für alle Leser selbst ein Rätsel entworfen. Hoffentlich macht euch die Lösung genauso Spaß, wie mir beim Erstellen. Man kann das Rätsel nur knacken, wenn man sich mindestens einen Tag in Tokyo aufhält. Dabei besucht man den U-Bahnhof Daimon, eine 7-Eleven-Filiale, ein Teishoku-Restaurant, Asakusa und Shinjuku. Man lernt bei dem Rätsel also gleich ein paar Ecken von Tokyo kennen. Ladet einfach das Rätsel-PDF herunter und druckt es aus. Ich garantiere, dass bei meinem »Live Escape Games« bzw. meiner Schnitzeljagd kein Tier, ja noch nicht einmal ein Tofu-Schnitzel zu Schaden kommt. Bei der letzten Frage kann es sein, dass ein Fisch verspeist wird, der ist aber garantiert vegetarisch. Um das Rätsel zu lösen, ist mein neues Buch »Japan spielend in 60 Schritten« nicht zwingend erforderlich. Natürlich hilft das Buch bei der Planung und Durchführung einer Japanreise, denn die vielen Profi-Tipps im Buch sind nicht nur für Tokyo, sondern für ganz Japan. Falls jemand einen Rätselfreund kennt, der bald nach Japan reist, schickt den Beitrag oder das PDF bitte weiter.

Ausschnitt aus meinem Rätsel – 6 Aufgaben sind in Tokyo zu lösen

*Für alle die am letzten Spiel teilgenommen haben, hier die 6. Mission:
Schaut auf meinen Instagram-Account und lest sorgfältig den Post über »Anpan«, im Text des Posts befindet sich ein Wort, das sechs identische Buchstaben wie das Lösungswort der 5. Mission hat. Welche Position hat dieses Wort im Text? Hilfe: Die Zahl multipliziert mit zwei ergibt die Antwort nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Wer die Antwort weiß, bitte hier posten. Eigentlich nur ein Test, ob überhaupt jemand meine Blogbeiträge bis zum Ende liest, aber vielleicht gibt es ja noch ein paar Fans von Douglas Adams hier auf Japan in Berlin …

This article has 2 comments

  1. Rainer Stobbe Reply

    Es ist immer wieder schön zu sehen, wie vergleichsweise reibungslos der Metroverkehr (womit ich alle schienengebundenen Verkehrsmittel meine) in Tokyo läuft, so dass man sogar von offizieller Seite Spiele schafft, um es interessanter zu gestalten.
    Hier in Berlin ist man schon froh, wenn man heil und halbwegs pünktlich von A nach B kommt *lol*

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